Presseveröffentlichungen

Poeten vom Müggelsee machen Schlagzeilen


Berliner Morgenpost vom 21. Juni 2013

Neue Poeten in Friedrichshagen

Von Sabine Flatau

In der Tradition des Dichterkreises gründet sich eine „Verswerkstatt“

Eine gute Tradition soll aufleben: Am Sonnabend gründet sich die "Friedrichshagener Verswerkstatt". Sie sieht sich in der Tradition des Friedrichshagener Dichterkreises, der sich vor mehr als 100 Jahren erstmals am Müggelsee traf. Zum Dichterkreis gehörten Autoren wie Gerhart Hauptmann, Wilhelm Bölsche, später Erich Mühsam oder Frank Wedekind.

Initiator der Verswerkstatt ist Horst Rennhack. Der 79-Jährige lebt in Friedrichshagen. Mehr als 800 Verse hat er geschrieben, etwa 500 davon seien veröffentlicht worden, sagt er. Nun will er die Berliner und Brandenburger, die gerne schreiben und reimen, zusammenführen. "Es soll eine Gemeinschaft von Hobbypoeten werden." Man wolle das große Vorbild nicht kopieren, auch nicht im Titel. Deshalb der Name "Friedrichshagener Verswerkstatt". Werkstatt bedeute, "dass man auch noch etwas lernt". Die Werkstatt stehe jedermann offen.

Mehr als 20 Interessenten haben sich bereits zusammengefunden und zweimal getroffen, zur Probe. Sie haben sich im kleinen Kreis ihre Texte vorgelesen. Unter ihnen ist auch ein direkter Nachfahre des alten Dichterkreises, die Schwiegertochter des Verlegers Albert Weidner. Mitbegründer der neuen Verswerkstatt ist der Romanist und langjährige Bezirksverordnete Ulrich Stahr. Mit dabei ist auch Helga Walter, ehemalige Sozialstadträtin von Köpenick. Die Altersspanne der Teilnehmer reiche von Mitte 50 bis 87, sagt Horst Rennhack. Sechsmal im Jahr wollen sich die Hobby-Poeten treffen.

Horst Rennhack schreibt seit 18 Jahren. Er hat Liebesgedichte für seine Lebensgefährtin Gerda verfasst, Verse über Tiere und über die Plattenbau-Siedlung Marzahn, in der er früher lebte. Sie wurden im Sammelband zum Bezirksjubiläum veröffentlicht. "Marzahner Heimatpoet" nannte man Rennhack. Seit Jahren wohnt er mit seiner Partnerin in Friedrichshagen. Der Müggelsee ist das Thema für Rennhack geworden. Auch der Fluglärm. 2011 hat er zum ersten Mal Protestverse auf der Friedrichshagener Montagsdemonstration vorgetragen.

Mehrere Gedicht-Bücher hat Rennhack veröffentlicht, in einem kleinen Bernauer Verlag. Zum Teil selbst finanziert. "Heiteres Tierleben" und "Heitere Sprechstunde" sind zwei Titel. Rennhack schreibt seine Verse mit der Hand.

Die Friedrichshagener Verswerkstatt gründet sich am Sonnabend, 11 Uhr, im AWO-Klub am Müggelseedamm 244. Nach der Gründung ist eine Grill-Party angesagt. Auch damit stehe man in der Tradition der Friedrichshagener Dichter. "Sie haben zusammen gefeiert und sind gewandert. Es war ein Freundeskreis."

Der Pflege des Erbes des "Friedrichshagener Dichterkreises" fühlt sich seit 16Jahren ein Verein verpflichtet, der Ausstellungen und Lesungen organisiert, Führungen macht, ein Vereinsheft mit Aufsätzen und Bücher als Reprints herausgibt sowie ein Museum in Friedrichshagen betreibt.


www.quiez.de

Friedrichshagen - 21 Poeten aus dem Berliner Südosten beleben am 22. Juni eine alte Tradition wieder und gründen direkt am Müggelsee die Friedrichshagener Vers-Werkstatt. Ihr künftiges Schaffen wollen sie sechsmal jährlich der Öffentlichkeit präsentieren.

Treptow und Köpenick waren schon früher ein gutes Pflaster für Poeten. 1890 gründeten Wilhelm Bölsche und Bruno Wille den Friedrichshagener Dichterkreis. Zweimal wurde in den letzten 50 Jahren bereits versucht, diesen wiederzubeleben – leider erfolglos. Ob es beim dritten Versuch besser klappt?

An der Gründungszeremonie wird es nicht scheitern: Die findet im AWO-Klub am Müggelseedamm statt – mit anschließender Grillparty auf der See-Terrasse. Gäste sind dazu herzlich eingeladen.

Alle Dichter sind zum Mitmachen eingeladen

Die Idee für einen neuen Anlauf zur Gründung eines Poetenclubs hatte Heimatdichter und Senioren-Vertreter Dr. Horst Rennsack, der selber schon vier Lyrikbände veröffentlicht hat und sich im Übrigen im Bezirk gegen den drohenden Fluglärm des Flughafens BER engagiert. Gemeinsam mit seinem Weggefährten Ulrich Stahr hat er die Friedrichshagener Vers-Werkstatt vorbereitet und wird die Auftaktveranstaltung moderieren. Ob Profi-Lyriker oder Hobbydichter – alle interessierten Berliner und Brandenburger sind eingeladen, sich zu beteiligen.

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick steht jedenfalls hinter den "Poeten vom Müggelsee" – die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Ines Feierabend übernimmt die Schirmherrschaft der Vers-Werkstatt. Wenn die Dichter mit ihrem neuen Bündnis Erfolg haben, sollen sie zu literarischen Botschaftern des Berliner Südostens werden. Ihre Werke werden jedenfalls um die Themen Heimat, Umwelt und Müggelsee kreisen. Für die erste Lesung im September könnte das Motto nicht passender gewählt sein: "Herbstspaziergang um den Müggelsee".

Die Gründung der Friedrichshagener Vers-Werkstatt wird am Samstag, 22. Juni ab 11 Uhr im AWO-Klub, Müggelseedamm 244, gefeiert.


www.friedrichshagen.net
"Poet vom Müggelsee" Dr. Horst Rennhack verstorben

Nachruf der Friedrichshagener Vers-Werkstatt

 

Dr. Horst Rennhack liest. Dr. Horst Rennhack war Initiator und Gründer

der Friedrichshagener Vers-Werkstatt.

In seinem poetischen Schaffen hat sich Horst Rennhack selbst als einen Spätzünder bezeichnet. Immerhin war der promovierte Historiker bereits in den Sechzigern, als er seine Fähigkeit erkannte, Erlebtes und Empfundenes, Erdachtes und Erträumtes in Versen auszudrücken. Blättert man in den Büchern von Horst Rennhack, so erkennt man schnell, dass sich sein dichterisches Schaffen um alle Facetten des Lebens rankt. Zunächst widmete er seiner Lebensgefährtin Gerda poetische Komplimente. Später reimte er über Pflanzen und Tiere. Bald schrieb er auch heitere Gedichte über und für Freunde und Nachbarn in seinem Kiez – zunächst in Marzahn, später in Friedrichshagen. In zwei Jahrzehnten ist er in über 300 Lesungen aufgetreten, war bekannt und geschätzt. Eindrucksvoll dichtete er über Landschaften, Jahreszeiten und vor allem über Freud und Leid des Seniorendaseins.

Horst Rennhack hat der Lyrik-Welt mehr als 800 heitere und besinnliche Verse geschenkt. Meist hatte er den Schalk im Nacken und war kaum um das rechte Wort verlegen. Augenzwinkernd berichtete er gern, dass ihn Petrus höchst selbst zum "Dr. humoris causa" ernannt habe. Menschen zum Lächeln, gar zum Lachen zu bringen, Freude in den grauen Alltag zu zaubern, das Leben ein wenig heller zu machen, das war sein Credo. Doch nicht nur das. Mit Mitte Siebzig stand der Heimat-Poet zwei Jahre lang viele Montag-Abende kämpferisch auf einer Tribüne des Friedrichshagener Marktplatzes und las vor Tausenden besorgter Mitbürger Protest-Verse gegen den vom BER drohenden Fluglärm.

Sechs Poesie-Bände sind mit seinen zumeist heiteren Versen prall gefüllt. Den siebenten Band über den (Un-)Ruhestand, den er allen Mit-Senioren widmen wollte, hat er nicht mehr vollenden können. Der Tod nahm ihm die Feder aus der Hand. Ja, die Feder. Mit einem Schmunzeln bekannte sich Horst Rennhack zu dem Status eines "Steinzeit-Poeten". Weder Schreibmaschine noch Computer wollte er als sein Werkzeug anerkennen und nutzen. Und doch konnte ihn bis ins hohe Alter hinein niemand bremsen. Noch kurz vor seinem achtzigsten Lebensjahr ging für Horst Rennhack sein poetischer Lebenstraum in Erfüllung: Gemeinsam mit seinem langjährigen Freund und literarischen Wegbegleiter Ulrich Stahr gründete er am 22. Juni 2013 am Ufer des Müggelsees den "Freundeskreis Poeten vom Müggelsee – vereint in der Friedrichshagener Vers-Werkstatt". Ihn geleitete dabei der Wunsch, dass "wie einst in den Tagen des berühmten Dichterkreises…von Friedrichshagen wieder Impulse für das kulturelle Leben der Stadt ausgehen" mögen. Das dafür von ihm konzipierte Leitthema lautete: "Heimat, Umwelt, Müggelsee". Horst Rennhacks Engagement ist von Erfolg gekrönt: Mehr als 30 Mitglieder und Sympathisanten treffen sich inzwischen monatlich im Friedrichshagener Kiezklub "Vital", wo sie ihre Ergebnisse eigener dichterischer Arbeit präsentieren.

Es lag Horst Rennhack ganz besonders am Herzen, den Kreis der Poeten zu einem wirklichen "Freundes"- Kreis werden zu lassen. Als Motor, Ratgeber und Mutmacher war er stets ebenso präsent, wie als streitbarer Verfechter seiner Ideen. So hat er auch die Herausgabe eines ersten Lyrikbandes der Verswerkstatt initiiert, der im kommenden Jahr erscheinen wird. Wir sprechen im Namen der "Poeten vom Müggelsee", wenn wir hier das besondere Bedürfnis aller zum Ausdruck bringen, ihrem Freund Horst Rennhack den Band widmen zu wollen.

Den Friedrichshagenern wird Horst Rennhack als heiterer, aktiver und streitbarer Künstler in Erinnerung bleiben, der sich nicht zuletzt als Mitglied der Seniorenvertretung Treptow-Köpenick in und für Friedrichshagen nach Kräften engagierte.

In achtungsvollem und ehrendem Gedenken schicken wir Horst Rennhack mit diesen Zeilen einen letzten Gruß. Ihm und seiner Lebensgefährtin Gerda Tschiersky werden wir uns auch weiterhin aufs engste verbunden fühlen.

Im Namen der Friedrichshagener Vers-Werkstatt "Poeten vom Müggelsee"

gez. Ulrich Stahr        gez. Dagmar Neidigk        gez. Rosel Ebert
Amt. Vorsitzender        Stellv. Vorsitzende        Stellv. Vorsitzende


Berliner Woche Juni 2015

"Mit Versen durch die Zeit": Geburtstagslesung der „Poeten vom Müggelsee“

Berlin: Kiezklub Vital | Friedrichshagen. Zur Lesung der „Poeten vom Müggelsee“ am 26. Juni begeht der Freundeskreis seinen zweiten Geburtstag – und das als frisch gebackener Verein.
Ihren größten Geburtstagswunsch haben sich die Poeten selbst erfüllt. Auf den Gabentisch legen sie ihre erste Publikation, erschienen im Eigenverlag Edition Müggelsee, ihren Lyrik-Band „Ein Vers-Spaziergang durch die Zeit“.
Ihre Geburtstagsfeier begehen die Poeten ab 14 Uhr, im Kiezklub „Vital“, Myliusgarten 20. Der Eintritt ist frei.
Erwartet wird auch Bürgermeister Oliver Igel, dessen Grußwort mit eigenem Gedicht dem Lyrik-Band und den Beiträgen von 22 Autoren eine besondere Note verleiht. Ihr Buch haben sie dem Ende vergangenen Jahres verstorbenen Gründer Horst Rennhack gewidmet. Er hatte am 22. Juni 2013 am Ufer des Müggelsees gemeinsam mit seinem Freund Ulrich Stahr die Friedrichshagener Vers-Werkstatt aus der Taufe gehoben.
sim